
Zunächst einmal eine Nachricht an unseren lieben Physik-LK: Irgendwie mögen wir euch trotzdem.
Der Biologie-LK von Herrn B., das ist eine wackere Truppe von erdverbundenen Naturmenschen, mit trinkfesten Recken und redefreudigen Maiden. Und nahezu jeder aus diesem LK würde wohl ohne Vorbehalte unterschreiben, das es sich die zwei Jahre lang gut in dieser Truppe aushalten ließ.
1. Semster: Damit wir uns auch alle gut kennenlernten veranstalteten wir gleich zu Anfang des Semesters ein Kurstreffen bei Anna zuhause im Garten. Dieses Treffen könnte man im Nachhinein schon fast als Generalprobe für unsere Fahrt nach Wildemann Ende des 2. Semesters ansehen, denn nach dem alle sich am Grill die Bäuche vollgeschlagen hatten, wurde ein großes Lagerfeuer entzündet, in dessen Runde Geschichten erzählt, gesungen und viel gelacht wurde. Es war ein gelungener Auftakt für unsere zwei Jahre bestehende Truppe. Doch es sollten noch viele andere gemeinsame Aktionen Folgen.
So zum Beispiel an einem Freitagmorgen im Herbst, an sich der gesamte LK im hinteren Teil des Biologietrakts des Schlosses zusammengfand, um unter Anleitung des Chefwinzers B. einen köstlich, süffigen Apfelwein herzustellen. Die anfängliche Ernüchterung über die mittelalterlichen Gerätschaften zur Weinherstellung, welche extra von B. aus Salzgitter angefahren wurden, schwingt schnell in Begeisterung und euphorische Hysterie um: Äpfel zermatschen! Wenige Wochen später wurde das erstellte Gebräu dann bei einem Kurstreffen im Bootshaus einem ausgiebigen Test unterzogen.
2. Semester: Facharbeit, Facharbeit, Facharbeit. Viel mehr gibt es zu diesem Semester nicht zu berichten, denn alle waren entweder in ihren Gruppen oder allein vollends damit beschäftigt irgendwie 20 Seiten voll zu schreiben. Da wurde dann auch schon mal der ein oder andere Nachmittag in der Schule oder FH verlebt. Aber in der FH kannten wir uns dank des dreitägigen Workshops mit Dr. Z. ja schon bestens aus, auch wenn wir bei dieser Aktion fast alle in Fümmelse erfroren wären. Die spärlich gesäten Unterrichtsstunden wurden mit der hochwissenschaftlichen Bestimmung von Pflanzen im Wald oder auf dem Schulgelände ausgefüllt. Besonders Steffen befand sich hier in seinem Element, präzise und exakt konnte er jede Pflanze einordnen: "Baum, Blume, Baum, Unkraut." Das Highlight dieses Semseters war aber ganz klar die Fahrt nach Wildemann, wo wir fünf Tage lang Bäume fällten, Spagettis kochten, Lagerfeuer machten, und ach ja, auch die ein oder andere Pflanze bestimmten. Sonniger Höhepunkt der Tour wahr wahrscheinlich die Wanderung auf eine Bergwiese, bei der die Bestimmungsbücher dann im weiteren Verlauf auch gern mal zur Seite gelegt wurden. Entgegen aller Gerüchte, es wurde nicht einer in diesen fünf Tagen von einer Zecke auch nur angeguckt. Stück für Stück entdeckte jeder auf dieser Fahrt den Naturmenschen in sich wieder, natürlich in gemäßigter Form. Nur Kerstin musste es mal wieder übertreiben:"Hey, lasst uns mit der Kohle Kriegsbemahlung machen!" Dementsprechend aufreibend endete dann auch die letzte Nacht in Wildemann, jedoch brachte uns das Aufräumen des Abiballs am nächsten Morgen wieder in die zivilisierte Welt zurück.
3. Semseter: Dieses Halbjahr stand ganz klar im Zeichen von Frau W., unserer immer fesch und sportlich gekleideten Referendarin. Unzählige Experimente die uns den Verstand verdrehten brachten ihr Bestnoten bei den Prüfungen ein. So wurden wir nicht nur schlauer, sondern wir errinnerten uns sogar daran, das Unterricht manchmal auch lustig sein kann. Im Namen des ganzen Kurses ein doppelt und dreifaches Danke für diese gute Zeit.
4. Semester: Nie mussten wir mehr Stoff in unsere kleinen Hirne hineinpressen, und das schlimmste war, wir hatten doch im dritten Semester grad erst gelernt, das man eigentlich nichts vergessen kann. Aber Herr B. war gnädig und schenkte uns eine gemäßigte Klausur zum Ende des Semesters. Weniger gnädig erschien uns jedoch sein Fernbleiben beim letzten Kurstreffen, wir hätten ihn schon gern noch das ein oder andere bezüglich des Abis gefragt. Und zur Abiklausur selbst bekam das ganze dann doch noch einen relativ unangenehmen Beigeschmack in Form einer sagen wir mal "merkwürdigen" Klausur.
Das waren also zwei Jahre Biologie-LK, und abschleißend ist eigentlich nur zu sagen, das wir alle in diesem LK wohl mit die beste Zeit am Schloss hatten, dank einer wirklichen guten Truppe und auch dank unseres Lehers Jan B., oder heißt er in Wirklichkeit vielleicht doch Charles Darwin?